Über die Lampionfeste

Zum 100-jährigen Jubiläum machen die Lampionfeste von 2025 bis 2030 die Ideen und urbanen Räume des Neuen Frankfurt in den historischen Siedlungen zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Inspiriert von den Lampionfesten der frühen 1930er Jahre erstrahlen Straßen, Plätze und Gärten in neuem Licht. Die „neuen“ Lampionfeste verbinden das architektonische Erbe des Neuen Frankfurt mit dem heutigen Leben in den Siedlungen und schaffen Räume für Begegnung, Kultur und gemeinsames Entdecken.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildete am 2. Juli 2025 ein öffentliches Eröffnungsfest auf dem Paulsplatz. Im weiteren Jubiläumsjahr waren die Lampionfeste unter anderem mit Workshops beim Museumsuferfest sowie beim mayfest in der Römerstadt präsent und führten das Projekt in die Stadt hinaus.

Mit dem ersten großen Lampionfest in der Hellerhofsiedlung im September 2025 wurde die Idee schließlich vor Ort erlebbar: Über 1.000 Lampions tauchten Straßen, Höfe und Grünflächen in farbiges Licht und mehr als 4.500 Besucher feierten gemeinsam mit über 70 Vereinen, Initiativen und Kulturschaffenden. Das Fest zeigte eindrucksvoll, wie die Architektur des Neuen Frankfurt nicht nur als bedeutendes Kulturerbe, sondern vor allem als lebendiger Lebensraum erfahren werden kann.

Bis 2030 werden weitere historische Siedlungen Teil der Lampionfeste sein und die Ideen des Neuen Frankfurt auf vielfältige Weise neu zum Leuchten bringen.

Die Siedlung Bruchfeldstraße in Frankfurt-Niederrad war die erste Anlage, die unter Ernst May entstand. © Deutsches Architekturmuseum, Archiv

Die Siedlungen als Lebensraum und architektonisches Erbe

Die vom DAM Deutschen Architekturmuseum initiierten Veranstaltungen entstehen aus der Siedlung heraus: Gemeinsam mit lokalen Initiativen entwickelt, leben sie vom Engagement der Nachbarschaft, die Programm und Gestaltung der Feste prägen. Das Fest bringt die Menschen von vor Ort mit interessierten Gästen zusammen und vermittelt die Siedlungen als Lebensraum und architektonisches Erbe. Architekturführungen, Festplatz, Bühne und gemeinsames Essen schaffen einen Rahmen, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Digitale Formate ergänzen das Programm und vermitteln die Baugeschichte einem breiten Publikum. Die Lampionfeste stärken das Bewusstsein für die Siedlungen und öffnen sie für den Austausch.

Das Neue Frankfurt

Mit der Amtszeit von Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Stadtbaurat Ernst May (1925–1930) begann eine visionäre Stadterneuerung: das Neue Frankfurt. Ziel war es, moderne, bezahlbare und gesunde Wohnungen für eine wachsende Bevölkerung zu schaffen. Inspiriert von Bauhaus-Ideen entstanden zwölf Siedlungen mit funktionaler Architektur, durchgrünten Wohnquartieren und innovativer Infrastruktur. Das Projekt prägte die Stadt nachhaltig und gilt bis heute als Meilenstein des sozialen Wohnungsbaus. Trotz Denkmalschutz sind viele Bauten wenig bekannt. Das 100-jährige Jubiläum bietet die Chance, dieses Erbe sichtbar zu machen und in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu rücken  – auch im Hinblick auf eine mögliche Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe.